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Sietar, Society for Intercultural Education Training and Research

Migrantenkinder als Verantwortliche für gesellschaftliche Vielfalt oder als deren Triebfeder?

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Migrantenkinder als Verantwortliche für gesellschaftliche Vielfalt oder als deren Triebfeder?

Dr. Karin Iqbal Bhatti, Dr. Iris Guske und Dr. Kazuma Matoba

Infolge der Ausschreitungen in vielen französischen Vorstädten 2006 kam es auch in Deutschland zu neuen integrationspolitischen Diskussionen. Zuwanderungsbeschränkungen auf der einen Seite, mehr Integrationsbemühungen auf der anderen – die Bandbreite der Forderungen war groß. Unter anderem wurde einerseits eine erneute Leitkulturdebatte gefordert, die – anders als traditionell konservative Diskurse – jedoch keine Einbahnstraße sein sollte, sondern die gegenseitige Befruchtung der Kulturen fördern sollte. Anderseits wurden auch Stimmen laut, die zumindest einen Teil der Verantwortung für Verhältnisse wie in Frankreich bei den Migranten sahen, die bei Androhung von Sanktionen – wie Einschränkung der Sozialleistungen – dafür Sorge zu tragen hätten, dass ihre Kinder die deutsche Sprache lernen, und selbst auch zumindest rudimentäre Sprachkenntnisse nachweisen müssen.

In diesem Workshop geht es zum einen um entwicklungspsychologische Probleme, die sich für Migrantenkinder ergeben, wenn sie, nicht aber ihre Eltern, die Sprache des Gastlandes sprechen und sie bei Behördengängen, im Krankenhaus oder in der Schule als Sprach- und Kulturmittler für ihre Familien herangezogen werden. Die flächendeckende Versorgung mit GemeindedolmetscherInnen wäre daher genauso ein Postulat wie die Vermittlung spezieller Kompetenzen im logopädisch/sprachtherapeutischen Bereich, um z.B. bei Kommunikationsstörungen wie die der Sprachentwicklung, der auditiven Wahrnehmung, der Artikulation oder des Redeflusses (Stottern, Poltern) das  Erlernen z. B. der deutschen Sprache vor dem Migrationshintergrund der Kinder sicherzustellen.

Darüber hinaus kann mit den Workshop-Teilnehmern und externen Gäste diskutiert werden, welche Rolle diese Berufsfelder als Multiplikatoren spielen, die zwischen Migranten und Mehrheitsgesellschaft vermitteln, damit Kinder mit Migrationshintergrund als Triebfeder mit zum Aufbau einer Diversity-Gesellschaft in Deutschland beitragen können.

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